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Lkw-Kontrollen für Sicherheit und Umweltschutz BAG überprüfte 1997 mehr als 600000 Fahrzeuge

Die Straßenkontrollen von Lastkraftwagen an Autobahnen und Bundesstraßen durch das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) sollen weiter erhöht werden. Angestrebt ist, daß sobald wie möglich etwa 800000 Lkw jährlich auf Einhaltung der Sicherheits-, Umwelt- und Wettbewerbsbestimmungen überprüft werden. Das kündigte der Bundesminister für Verkehr, Matthias Wissmann, bei einem Kontrolltermin an der Bundesautobahn A 1 zwischen Köln und Euskirchen an. Fortsetzung...


Mir reicht´s

Ich selbst bezeichne mich als Kraftfahrer, Trucker zu sein, ist für mich eine Lebenseinstellung zu der ich mich nicht unbedingt bekenne. So viel Schönes gibt es nun mal nicht mehr in dieser Branche, daß ich auch danach leben würde.
WIE lange wollen wir Lkw-Fahrer es uns noch gefallen lassen, der Goldesel der Nation zu sein? Es vergeht KEINE Woche ohne Kontrolle, KEIN Monat ohne Ticket, KEIN Jahr ohne Bußgeldverfahren.
Wie lange wollen wir es uns noch gefallen lassen, daß am Ende jede Verantwortung auf uns Fahrer geschoben wird? WIRD die Nutzlast überschritten, sind wir verantwortlich. WIRD Lenkzeit überschritten oder die Ruhe- und Pausenzeiten nicht einghalten, weil ein Termin den anderen jagt, werden wir zur Kasse gebeten. NUR EINIGE Beispiele, man könnte endlos fortfahren.
Wir befinden uns zum größten Teil in existenzieller Abhängigkeit von unserem Arbeitgeber, der wiederum vom Wohlwollen der Kunden abhängig ist. Keiner traut sich im Tranportgeschäft einmal auf den Tisch zu hauen und zu sagen "so geht es nicht mehr weiter". Für den Fahrer geht es um den Job und für den Unternehmer um seine Kunden. Sollte also einer der Kollegen, versuchen seine Rechte durchzusetzen, für deren Nichteinhaltung er zur Kasse gebeten wird, geht es gleich um seine Existenz. Überspannt man den Bogen, gehört man bald zu den 4,8 Millionen, die nicht wissen wo sie ihren Lebensunterhalt verdienen sollen. Rückendeckung vom Chef ist in solchen Fällen leider selten. Für ihn geht es eben um seinen Kunden. Und eine Interessenvertretung, die sich wirklich für uns Kraftfahrer einsetzt gib es nicht. Die ÖTV kann man doch getrost in den Mülleimer hauen.
Es reicht für jeden in Deutschland den Clown zu spielen, ob nun für den Pkw-Fahrer der sich durch die Brummis behindert fühlt, für die ach so liebe Polizei oder BAG die ja nur unsere Rechte durchsetzen wollen und dich dafür mal eben zur Kasse beten, den Kunden denen man den Arsch küssen muß um nicht stundenlang irgendwo rum zu stehen oder die Arbeitgeber bei denen man lieb bitte, bitte sagen muß um arbeiten zu dürfen.
WARUM zeigen wir Deutschland nicht endlich mal was der LKW für uns alle bedeutet? Machen wir es doch den französischen Kollegen nach, und machen einmal nur drei bis vier Tage nichts. Zeigen wir doch allen einmal was nicht mehr funktioniert wenn sich kein Lkw-Rad mehr dreht. Der größte Teil der Bevölkerung wird sich wundern! Aber ich kenne die Antwort jetzt schon: Nichts würde mehr funktionieren!
(H. Schlieske)
eMail: Joker68@t-online.de


Hallo Joker68,
ich danke Dir für Dein eMail. Du sprichst aus Erfahrung! Jeder, der in unserem Gewerbe tätig ist, kann Dir nur Recht geben. Daß Thema, das Du erwähnst, hätte schon längst einmal auf den TRUCKER-Seiten aufgeführt werden müssen. Danke dafür.
Wir Trucker haben wirklich nichts zu lachen. Wir verdienen unser Brot auf harte Art und Weise. Nicht selten zahlt ein ausgebeuteter Trucker für seinen Job sogar mit seinem Leben. "Friß oder stirb", oder "Geld regiert die Welt!" so lautet die traurige Devise. Hat Menschlichkeit in unserer Gesellschaft eigentlich gar nichts mehr zu suchen?
Die Entwicklung im Transportgewerbe ist traurig. Die Fahrer haben nichts zu lachen und Spediteure kämpfen ums nackte Überleben.
Ich würde mich freuen, wenn Leser dieser Seiten sich mit Ihrer Meinung an JOKER68 oder an mich wenden.

Danke
Werner


18.04.1998

Guten Abend,

es ist erfreulich, daß man an dieser Stelle seine Meinung zum Thema Güterverkehr abgeben darf! Aus beruflichen Gründen bin ich sehr häufig auf unseren Autobahnen unterwegs. Natürlich mit dem PKW. Dabei stellen LKW oftmals ein unnötiges Ärgernis für mich dar:

  1. Es ärgert mich, wenn ein LKW für einen Überholvorgang fünf Minuten benötigt.
  2. Es ärgert mich, wenn an den Raststätten längs der Durchfahrtstraßen abgestellt werden, anstatt auf den Parkplätzen, nur weil viele Fahrer zu bequem sind, einmal 100 m zu gehen.

Um mich in die Lage der Fahrer hineinversetzen zu können, habe ich nun (40-jährig) den Führerschein Klasse 2 gemacht und gestern die Fahrprüfung abgelegt. Ab der nächsten Woche werde ich somit als "Trucker-Greenhorn" mit einem Hängerzug in den Fernverkehr gehen und ich freue mich auf die Erfahrungen, die dann auf mich einstürzen .Vor allem interessiert mich, ob ich in Zukunft den Güterfernverkehr aus einer anderen Perspektive sehe und ob ich die oben genannten Ärgernisse erneut formulieren würde. Und es interessiert mich, wie die Resonanz auf diese Mail ausfällt

Gruß Dirk

eMail: Dirk.Weimer@t-online.de


Hallo Dirk,
willkommen im Club der Trucker. Eine Frage gleich vorweg: Du hast Dich bislang über uns Trucker geärgert. Warum steigst Du jetzt selber ein? Wenn Du mit einem Hängerzug in den Fernverkehr einsteigst, wirst Du aber sehr schnell Deine Meinung über uns Lkw-Fahrer ändern.
Warum ein Lkw fünf Minuten für einen Überholvorgang benötigt, solltest Du, nachdem Du ja jetzt den Führerschein Klasse 2 Dein Eigen nennst, selber beantworten können. Über die eingebauten Geschwindigkeitsbegrenzer freue ich mich auch nicht. Sie sind allerdings recht praktisch, da man auf der Autobahn nicht ständig auf den Tacho achten muß um nicht schneller als 88 km/h zu fahren.
Ein Lkw-Fahrer nimmt auf einem Autobahn-Rasthof sicherlich gerne einen Fußmarsch von ein paar hundert Metern in Kauf. Der alte Hase weiß nämlich, daß der Platz auf unseren Autobahnraststätten sehr begrenzt ist. Also nutzt er den erstbesten Stellplatz, damit er nicht leer ausgeht und dann verzweifelt zum nächsten Rastplatz fahren muß. Mit einem Hängerzug wirst Du sicherlich nicht auf einem Parkplatz wenden oder einige hundert Meter rückwärts fahren um einen Rastplatz für die Nacht abzubekommen.
Halt mich bitte auf dem Laufenden. Ich würde mich freuen, wenn Du mir auch weiterhin Deine Erfahrungen schilderst. Denn zumindest bist Du ehrlich und bezeichnest Dich selber als "Greenhorn". Viel Erfolg und stets unfallfreie Fahrt wünschen Dir alle Kollegen und

Werner


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Die letzte Änderung erfolgte am
Samstag, 30. August 2003 

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