Thema des Monats Streik der Französischen Trucker Auch der Weihnachtsmann steckt in Frankreichs Blockaden fest Paris (dpa) - In den Blockaden der französischen Fernfahrer bleiben auch die eifrigen Helfer des Weihnachtsmannes hängen. Wie in den beiden Vorjahren droht der hartnäckige Fuhrleute-Streik der Spielwaren-Branche ausgerechnet in der fürs Weihnachtsgeschäft wichtigsten Zeit des Jahres das Geschäft zu vermiesen. Die Spielwaren-Hersteller fürchten nicht nur Einbußen in Millionenhöhe, sondern vor allem auch das Wegbrechen von Marktanteilen durch Image-Verlust. Frankreich mache sich bei ausländischen Kunden unglaubwürdig, klagt die Branche. "Die ausländischen Kunden haben kein Verständnis, sie beschimpfen uns am Telefon", sagt der nationale Branchenverband-Chef Jean-Louis Berchet. Dabei kann man den französischen Herstellern kaum Vorwürfe machen. Sie haben diesmal im Vorgriff auf den sich anbahnenden Streik durch Überstunden, Wochenend-Schichten und Teilzeit-Arbeitskräfte die Produktion um fast 40 Prozent gesteigert. Der Holzspielzeug-Fabrikant Vilac spricht von einer "brutalen Steigerung der Auftragseingänge und einer Vorwegnahme der geplanten Auslieferungen". Doch viele seiner Lieferungen stecken - wie auch bei anderen - in den Blockaden fest. Marktführer Mattel (Scrabble, Fisher Price, Polly-Pocket-Puppen) kann zwar auf volle Lager verweisen, muß sich aber sputen, um mit seinen Produkten rechtzeitig in die Regale zu kommen. "Die Situation ist so einfach wie dramatisch", meint Mattel-Präsident Robert Gerson: "Die Lager, die zu vergleichbarer Zeit des Jahres einem Ameisenhaufen gleichen, sind völlig verlassen. Spielzeug im Wert von 100 Millionen Franc ist auf den Straßen blockiert, ob es zwischen der Fabrik in Mailand und Paris oder zwischen Orly und den deutschen, belgischen, Schweizer oder englischen Grenzen ist. Was die bis zum Bersten beladenen und in Orly gelagerten Paletten angeht: sie können mangels Lkw nicht ausgeliefert werden". Wie die Konkurrenz macht Mattel 70 Prozent seines Umsatzes zwischen November und Dezember. "Wir wollten dieses Jahr die Verluste der vergangenen beiden Jahre auffangen", sagte Gerson der Zeitung "France-Soir". Im vergangenen Jahr waren es ebenfalls die Proteste der Fernfahrer, davor waren es die Staatsdiener, die nicht nur die damalige konservative Regierung, sondern auch die Kassen der Spielwaren-Branche in Bedrängnis brachten. Das Unternehmen Superjouet büßte 1995 in den Streiks fünf, und 1996 immerhin 3,5 Prozent seines Umsatzes ein. "Doch dieses Jahr ist die Geduld der Kunden am Ende, und Marktanteile drohen definitiv verlorenzugehen", sagt Firmenchef Berchet. Smoby, mit 900 Beschäftigten und einem Umsatz von 900 Millionen Franc ein anderer großer Hersteller aus dem französischen Jura, hat wegen ausbleibender Lieferungen bereits mehrere seiner Mitarbeiter vorübergehend nach Hause schicken müssen. Dennoch gelten die Auswirkungen der Blockaden angesichts der vorgezogenen Auslieferungen bisher noch nicht als katastrophal. Sie dürften es aber werden, wenn der Streik der "Kapitäne der Landstraße" in die zweite Woche geht. (von Ralf E. Krüger, dpa)
Hallo Kollegen Was haltet Ihr von den Aktionen unserer französischen Kollegen? Könnt Ihr Euch, obwohl Ihr vielleicht von den Blockaden selbst betroffen seit, identifizieren? Habt Ihr Verständnis für unsere französischen Kollegen? Schreibt mir Eure Meinung. Vielleicht entsteht so ein interessanter Meinungsaustausch. Euer Werner Autoren gesucht
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