Leserbriefe Thema: Gedanken zum Truckerdasein(Artikel erschien in einer Lokalzeitung) Datum: 05.03.99 09:40:28 From: Olaf.Erxleben@planet-interkom.de (Maithuna) To: Trucker232@aol.com Wertes Volksstimme-Team! Leserzuschrift von Herrn Manthey aus Blankenburg zum Thema "Bessere Kontrollen sind nötig", erschienen in der Volksstimme vom 16.02.99. Herr Manthey umreißt die Praxis der Lkw-Kontrollen und ihrer Fahrer mit einer Objektivität und Ehrlichkeit die den Betroffenen, wenn auch nur zeitweise, Mut machen kann. Zeitweise nur deshalb, weil dem Hoffnungsschimmer die Situation der Lkw-Fahrer wird sich in der Zukunft ändern, der nackte Überlebenskampf, aber auch die Ignoranz der Bosse in Wirtschaft und Politik gegenübersteht und der Fahrer irendwann wieder mit einer Wut im Bauch und einem ohnmächtigen Gefühl, ja doch nichts an seiner Situation ändern zu können, Gas gibt um seine Existenz zu sichern. Alle, die sich im Transportgewerbe auskennen, wissen, was sich täglich und nächtlich auf unseren Straßen abspielt. Es ist wie mit den klugen drei Affen: Nichts hören, nichts sagen, nichts wissen! Und (fast alle) machen mit! Halbherzig und pro Forma durchgeführte Kontrollen durch die Polizei und der BAG führen zu keiner objektiven Einschätzung wie viele Firmen ihre Fahrer zur Verletzung der Sozialvorschriften nötigen. Bei Kontrollen kommt so nur die Spitze des Eisberges zum Vorschein, denn viele Kollegen werden von entgegenkommenden Fahrern gewarnt und wissen schon zig Kilometer im voraus wo Kontrollen stattfinden. Wer nicht "sauber" ist umfährt diese Kontrollen weiträumig. Richtig ist auch die Feststellung, daß immer mehr Transortunternehmen auf den Markt drängen, die den Anforderungen des Transportgewerbes nicht entsprechen können, einfach weil sie, aufgrund ihrer Fuhrparkgröße, zu unflexibel sind. Ich spreche hier von der Praxis, daß "große Speditionen" Frachtaufträge an Sub..., Subunternehmer vergeben und sich auch noch anschließend wundern, daß die Preise in den Keller gefahren werden. Die negative Entwicklung des Frachtentgeldes ist also "hausgemacht". In Anbetracht dieser Situation wird dem Fahrer die "Ausputzerrolle" zugeschanzt. Dies bedeutet im Endeffekt, daß er diese Negativentwicklung dadurch kompensieren muß mehr "einzufahren", was wiederum bedeutet, daß er länger fahren und weniger schlafen soll. Hier wird in meinen Augen der Versuch unternommen einen menschlichen Roboter zu kreiren. (Arbeiten, keine Ansprüche stellen und Schnauze halten). Disponent b.z.w. Chef bleiben "außen vor", wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist (Unfälle und daraus resultierende Folgeschäden) und es ist für den Fahrer, der vorsätzlich und nachweislich länger gefahren ist, schwer zu beweisen, daß er auf Anordnung eines Vorgesetzten dazu genötigt wurde. Hier besteht ein unbedingter Handlungbedarf für den Gesetzgeber effiziente Kontrollmechanismen zu schaffen, die es möglich machen die Kausalität der logistischen Kette nachzuvollziehen. Im Informationszeitalter dürfte dies keine besonders große Hürde sein, es sei denn, man "pfuscht"weiter an Auswirkungen herum und bestraft diejenigen die sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht wehren werden, weil schlicht und einfach der Verlust des eigenen Arbeitsplatzes auf dem Spiel steht. Wer nachweislich das Leben seines Personals und auch das Leben anderer Verkehrsteilnehmer dadurch gefährdet, weil er duldet oder sein Fahrpersonal dazu nötigt übermüdet (nicht im Vollbesitz der geistigen Kräfte, Sekundenschlaf) einen 40 Tonnen schweren Lastzug zu fahren, der verwechselt unternehmerisches Risko mit strafbarem Leichtsinn und sollte der Gesellschaft nicht mehr zugemutet werden! Knitter und gebührenfreie Fahrt wünsch Dir Olaf. Mach weiter so Hallo,
Hey, ich finde Deine Homepage echt Klasse! Aber ein Bild vom stärksten Truck würde natürlich auch in die Bildergalerie gehören. Zu sehen war eines in der Monatsausgabe 5 oder 6 des Trucker Magazines. Ich würde mich freuen wenn ein Bild in der nächsten Zeit einmal in Deiner Hompage erscheinen würde. Mach weiter so Werner!!! Ich werde Deine Homepage öfter mal besuchen und eventuell eine Fernfahrer Anekdote für Dich Schreiben, die Du dann vielleicht veröffentlichen kannst. eMail: bandit-1 23. August 1997
Hallo Bandit-1, danke, ich freue mich über Deine positive Resonanz. Bilder mit technischen Daten zu interessanten Trucks fehlen noch auf dieser Homepage. Aber, daran wird gearbeitet. Über einen Bericht aus Deinem Alltag freue ich mich. Diese Homepage soll schließlich von Profis für Profis und alle anderen Verkehrsteilnehmer gemacht werden. Werner Hallo Trucker232,
hier ist Trucker223!!!!!!!!! Mein Name ist Andy und ich habe heute Deine Seiten im WWW entdeckt. Erst mal Kompliement, haben mir gut gefallen. Du kannst Dir sicher sein, daß ich sie öfter besuchen werde. Hatte versucht Dir gleich von dort aus eine eMail zukommen zu lassen, aber mit meinem Outlook Express stimmt etwas nicht. Egal, melde ich mich von hier. Zu meiner Person: ich bin 34 Jahre alt, verheiratet habe drei Kinder und fahre international, 90% Italien, den Rest Griechenland und Spanien. Ich bin seit 1986 mit Unterbrechungen im Geschäft und fahre seit 1989 Scania, z.Zt. einen 124L 400 Topline. Arbeitsmäßig bin ich eigentlich ganz zufrieden, habe einen guten Chef und ein geregeltes Arbeitsleben, soweit das möglich ist. Mein Chef ist ein Grieche (Vasdekis-Transporte Stuttgart) und die Spedition in dessen Auftrag wir fahren heißt Spedition Wehle in Straubenhardt, dessen Inhaber wiederum mein bester Freund ist. Das macht das ganze etwas erträglicher, da wir alle ein gutes Verhältnis zueinander haben. Was stinkt mir am meisten an meinem Job? Ganz klar, daß ich viel zuwenig Zeit für meine Familie und Freizeit habe. Meine Frau erträgt das Ganze zähneknirschend, aber ohne Moos nicht´s los. Hatte jetzt eine Woche alten Urlaub, aber heute Abend 22.00 Uhr geht´s wieder los. Also, würde mich freuen was von Dir zu hören und wenn ich irgendwie am Gelingen Deiner Seiten behilflich seien kann, laß es mich wissen, o.k.? Schrott- und gebürenfreien Flug eMail: Andy Hallo Andy, danke für Dein eMail. Ich freue mich über jede Zuschrift und jede Hilfe. Ziel dieser Seiten ist schließlich, den Lesern praxisorientierte Informationen zukommen zu lassen. Außerdem soll jeder Leser wirklich seine eigene Meinung äußern können und dürfen, ohne daß jemand im Hintergrund mit erhobenem Zeigefinger steht. Mich persönlich freut es, daß Du mit Deinem Job zufrieden bist. Wie Du sicherlich selber weißt, äußern sich die meisten Fahrer in der Regel mißmutig und negativ. Aber welcher Job hat keine Schattenseiten? Ohne Moos nichts los? Nun, ein fünf köpfiger Haushalt muß auch erst einmal über die Runden gebracht werden. Vom Kindergeld alleine kann schließlich kein Kind ernährt und eingekleidet werden. Trotzdem, Anerkennung für Deine Frau, daß Sie Deine Arbeitszeiten erträgt. Du möchtest Dich ein wenig für die TRUCKER-Seiten engagieren? Ich würde mich sehr freuen. Besonders interessiert wäre ich an Bildmaterial, vielleicht von Dir und Deinem 124L 400 Topline? Oder hast Du die eine oder andere Geschichte auf Lager? Wie auch immer, ich wünsche Dir zunächst eine gute und heile Rückkehr nach Hause und freue mich bald wieder von Dir zu hören. Gruß Werner Fernfahrer-Anekdote
Der Untergang!Es war an einem Mittwoch Nachmittag gegen 17.00 Uhr im Januar. Es war kalt, feucht und bereits dunkel. Ich fuhr mit meinem 40 Tonner nach Oberlichtenau in der Nähe von Dresden. Ich war spät dran und wollte wegen drei Paletten, die ich abzuliefern hatte, nicht in diesem abgelegenen Ort übernachten. Ich hatte noch nichts gegessen. Vor lauter Hetzerei war ich auf einmal an der Firma vorbeigefahren die ich so sehnsüchtig suchte. Noch nicht einmal ein kleines Hinweisschild wies auf die Firma hin. So suchte ich einen Platz zum Wenden. "Was tun" sprach Zeus? Ein Passant war in der Nähe, den ich sofort nach dem Weg fragte. Erfahrungsgemäß kennen sich Ortsansässige am besten in ihrer Umgebung aus. Er sagte zu mir: "Fahren Sie an der nächsten Kreuzung links und nach etwa einem Kilometer kommt eine Wendeplatte. Gesagt getan, da stand ich nun vor der besagten Wendeplatte. Ich fand einen kleinen Platz vor. Mittendrin stand ein Baum. Mit meinem Lkw hatte ich keine Chance an diesem Baum vorbeizukommen. Also fuhr ich kurz entschlossen die Straße weiter entlang. Nur diese wurde bald zu einem Feldweg. Kein Problem dachte ich mir, fuhr weiter und stand mit meinem Fahrzeug vor einem Wald. Die Frage lautete nun: "Weiter fahren oder umdrehen?" Ein kleiner Fußmarsch in den Wald brachte mir die Lösung, umdrehen war angesagt. Es blieb mir also nichts anderes übrig als rückwärts in einen Weg zu rangieren. Ein Manöver, daß zu meinen täglichen Aufgaben gehört. Leider war ich etwas unachtsam und kam mit einer Seite der Hinterachse meiner Zugmaschine vom Weg ab und versank im weichen Rand. Auch die Achssperre half nicht. Also brauchte ich ein schweres, kräftiges Fahrzeug um den Lkw wieder frei zu bekommen. Ich fand einen hilfsbereiten Bauern, der mich mit seinem Traktor wieder aus dem Schlamm herausziehen wollte. Diese Aktion stellte sich als nicht ganz einfach heraus, denn der Traktor grub sich selbst mehr in den weichen Boden ein als daß er den schweren Lkw bewegte. Es mußte ein zweiter her, der mehr Kraft hatte. Nach viel Beten und Hoffen schafften sie es mit vereinten Kräften. Meine Ladung wurde ich am heutigen Tag nicht mehr los aber einer meiner Helfer lud mich zum Abendessen ein. So kam ich doch noch zu meinem Essen und der Tag nahm auch ein gutes Ende. Dies ist ein Tatsachenbericht eines manchmal gestreßten Truckers. Aber Sie sehen: "Nur gemeinsam sind wir stark!" Von bandit-1 |