InternStreß und Hektik hatte ich in den letzten Wochen nicht nur auf der Straße: Ein Umzug stand ins Haus. Deshalb wurde meine Homepage etwas vernachlässigt. Dafür bitte ich bei allen Zusenden von Emails und Beiträgen um Entschuldigung. Ab sofort werden die TRUCKER-Seiten wieder monatlich ergänzt und auf den neuesten Stand gebracht. Beiträge von Kollegen sowie Zuschriften per Email werden in Zukunft für einen Monat auf dieser Startseite veröffentlicht, bevor sie in den entsprechenden Rubriken "fest" eingebaut werden. Ich hoffe, dass jeder damit einverstanden ist. Danke Euer Werner Thema des Monats: Heimtückische Lkw-Waage
Kollegen aufgepasst! Auf der A99 (Ostumgehung München) wurde die erste Waage fertiggestellt, die Achslasten während der Fahrt ermittelt. Es handelt sich um den Lkw-Kontrollpunkt zwischen den Anschlussstellen Hohenbrunn und Haar, Fahrtrichtung Norden (Nürnberg). Unmittelbar nach dem Parkplatz befindet sich eine fest installierte Videokamera. Kurz vor dieser Kamera sind in der Fahrbahn Sensoren eingebaut, die die Achslasten während der Fahrt ermitteln. Scheint eine Überladung vorzuliegen, kann das Fahrzeug am Kontrollpunkt "herausgezogen werden", um das tatsächliche Gewicht auf der fest installierten und geeichten Waage zu ermitteln! Quelle: Sendung in TV München Weiterführende Informationen sind in Ausgabe 10/97 der Zeitschrift TRUCKER zu finden. Autoren gesucht
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Am 27. August 1997 fuhr ich wieder einmal eine Münchentour. Gegen 5.00 Uhr fuhr ich mit meinem Lkw auf eine Baustelle zu. Es wurde eng, sehr eng. Die Baustelle führte um eine leichte Kurve, so dass ich einen am rechten Straßenrand stehenden Lkw nicht rechtzeitig erkennen konnte. Es war ein 7,5 Tonner, der Fahrer war beim Entladen seiner Backwaren. An seinem Wagen konnte ich nicht vorbei. Ich hielt einige Meter "Höflichkeitsabstand" zu ihm ein und zog die Feststellbremse an. Andere Lkws und Autos konnten jetzt auch nicht mehr an mir vorbei. Damit war die Straße dicht. Der Fahrer, er bemerkte die Situation, legte an Arbeitstempo zu. Ich wartete ruhig ab. Insgeheim dacht ich mir, "jetzt beginnt bestimmt bald ein Hupkonzert". Aber ich täuschte mich. Der Kollege beendete seine Arbeit, ich legte den ersten Gang ein und rollte langsam auf ihn zu. Nachdem der Fahrer seine Hebebühne geschlossen hatte lief er auf mich zu und reichte mir durchs geöffnete Fenster einen sehr appetitlich aussehenden Hefezopf. "Danke", sagte er. "Der ist für Dich. Du bist einer der wenigen die nicht hupen". Ich bedankte mich, der Kollege drehte sich um, lief zu seinem Lkw zurück und fuhr weiter. Leider hatten wir keine Zeit ein paar Worte zu wechseln. Ich wollte ihm sagen, "Unter Kollegen ist Warten eine Selbstverständlichkeit". Warum müssen wir uns mit Ungeduld, Stress und Hektik den Alltag verderben. Wenn ein Fahrzeug keine Flügel hat um an einem Hindernis vorbei zu kommen, muss gewartet werden. Da führt kein Weg daran vorbei. Noch nicht einmal ungeduldige Autofahrer können an dieser Tatsache etwas ändern. Fernfahrer-Anekdote
Der Untergang!Es war an einem Mittwoch Nachmittag gegen 17.00 Uhr im Januar. Es war kalt, feucht und bereits dunkel. Ich fuhr mit meinem 40 Tonner nach Oberlichtenau in der Nähe von Dresden. Ich war spät dran und wollte wegen drei Paletten, die ich abzuliefern hatte, nicht in diesem abgelegenen Ort übernachten. Ich hatte noch nichts gegessen. Vor lauter Hetzerei war ich auf einmal an der Firma vorbeigefahren die ich so sehnsüchtig suchte. Noch nicht einmal ein kleines Hinweisschild wies auf die Firma hin. So suchte ich einen Platz zum Wenden. "Was tun" sprach Zeus? Ein Passant war in der Nähe, den ich sofort nach dem Weg fragte. Erfahrungsgemäß kennen sich Ortsansässige am besten in ihrer Umgebung aus. Er sagte zu mir: "Fahren Sie an der nächsten Kreuzung links und nach etwa einem Kilometer kommt eine Wendeplatte. Gesagt getan, da stand ich nun vor der besagten Wendeplatte. Ich fand einen kleinen Platz vor. Mittendrin stand ein Baum. Mit meinem Lkw hatte ich keine Chance an diesem Baum vorbeizukommen. Also fuhr ich kurz entschlossen die Straße weiter entlang. Nur diese wurde bald zu einem Feldweg. Kein Problem dachte ich mir, fuhr weiter und stand mit meinem Fahrzeug vor einem Wald. Die Frage lautete nun: "Weiter fahren oder umdrehen?" Ein kleiner Fußmarsch in den Wald brachte mir die Lösung, umdrehen war angesagt. Es blieb mir also nichts anderes übrig als rückwärts in einen Weg zu rangieren. Ein Manöver, dass zu meinen täglichen Aufgaben gehört. Leider war ich etwas unachtsam und kam mit einer Seite der Hinterachse meiner Zugmaschine vom Weg ab und versank im weichen Rand. Auch die Achssperre half nicht. Also brauchte ich ein schweres, kräftiges Fahrzeug um den Lkw wieder frei zu bekommen. Ich fand einen hilfsbereiten Bauern, der mich mit seinem Traktor wieder aus dem Schlamm herausziehen wollte. Diese Aktion stellte sich als nicht ganz einfach heraus, denn der Traktor grub sich selbst mehr in den weichen Boden ein als dass er den schweren Lkw bewegte. Es musste ein zweiter her, der mehr Kraft hatte. Nach viel Beten und Hoffen schafften sie es mit vereinten Kräften. Meine Ladung wurde ich am heutigen Tag nicht mehr los aber einer meiner Helfer lud mich zum Abendessen ein. So kam ich doch noch zu meinem Essen und der Tag nahm auch ein gutes Ende. Dies ist ein Tatsachenbericht eines manchmal gestressten Truckers. Aber Sie sehen: "Nur gemeinsam sind wir stark!" Von bandit-1 |